Interview mit Dr. Detlef Purschke, CCO von Stonebranch

Temel Kahyaoglu Chief Analyst von The Group of Analysts (TGOA), im Gespräch mit Dr. Detlef Purschke CCO von Stonebranch, Inc., über Return on Automation. Erstmalig publiziert 7. Juli 2018 - Das Produktkulturmagazin, Ausgabe Q2, 2018.

By Detlef Purschke

Die Herausforderungen, denen sich Unternehmen – egal welcher Größe – heute stellen müssen, um im digitalen Wandel zu bestehen, sind gewaltig. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Weiterentwicklung von klassischem Job-Scheduling zu Workload Automation, um die Effizienz, Nachvollziehbarkeit und die Agilität von Geschäftsprozessen zu gewährleisten. Modulare Plattformen gewinnen immer mehr an Bedeutung, und qualifizierte Mitarbeiter sollen sich heute eher um die Optimierung von Prozessen und Geschäftsmodellen kümmern, anstatt sich mit dem tatsächlichen IT-Betrieb zu beschäftigen. Das sind nur ein paar der Begleiterscheinungen digitaler Unternehmenstransformation, die mithilfe von Echtzeit-Automatisierung zentraler Applikationen, Prozesse und Systeme maßgeblich unterstützt wird.

Herr Dr. Purschke, Automation spielt eine entscheidende Rolle in der Digitalen Transformation. Was genau bedeutet Workload Automation? Und welche Bedeutung wird ihr zugeschrieben?

Workload Automation nimmt eine zentrale Rolle auf dem Weg zum digitalen Unternehmen der Zukunft ein. Mit Workload Automation und einer klaren, strategischen Automatisierungs-Roadmap, einer digitalen Agenda, sind Unternehmen in der Lage, die schrittweise Transformation ihrer IT-Organisation ganzheitlich, agil und flexibel einzuleiten. Dabei leistet Workload Automation einen zentralen Beitrag zur unternehmerischen Wertschöpfung und somit zu einer der Kernaufgaben der Digitalen Transformation, nämlich der Steigerung der Innovationstätigkeit, die in der Folge zu neuen und veränderten IT-basierten Geschäfts- und Wertschöpfungsmodellen führt. Workload Automation realisiert die durchgängige Automatisierung geschäftskritischer Prozesse, Systeme und Applikationen mit minimalem manuellen Aufwand. Ob z/OS oder SAP, ob CRM, Windows, Linux oder Docker, ob Supply-Chain oder Commissioning-Prozesse – sämtliche Anwendungsworkflows können über alle System- und Applikationsumgebungen hinweg in Realtime verarbeitet werden. Tiefgreifende Script- oder Codierungskenntnisse sind nicht erforderlich, und die Zusammenarbeit zwischen IT-Entwicklung und IT-Betrieb wird nachhaltig verbessert.

Welchen Ursprung hat die Workload Automation?

Workload Automation ist die Weiterentwicklung des klassischen Batch- beziehungsweise Job-Scheduling und hielt mit der Einführung des IBM Großrechnersystems, besser bekannt als Mainframe, Einzug in die moderne Datenverarbeitung. Batch-Scheduling war lange eine Domäne von Mainframes und diente dazu, große Datenmengen sequenziell und automatisiert abzuarbeiten. Mit dem Aufkommen dezentraler IT-Systeme wie beispielsweise Unix, Linux, Windows et cetera, veränderten sich die Anforderungen. Client-Server-Architekturen erforderten neue, moderne Konzepte, es galt, die althergebrachten Modelle des Mainframes mit der Client-Server-Welt nahtlos zu verbinden. Wir begegneten dieser Forderung des Marktes mit der Entwicklung einer universellen Architektur – Universal Agent –, die das Beste aus beiden Welten nutzt und bis heute die einzige herstellerunabhängige Lösung im Markt ist. Interoperabilität ist hier das Stichwort, unabhängig von der Architektur – wir haben es uns zum Ziel gemacht, das Beste aus allen Welten sinnvoll miteinander zu verknüpfen, um unseren Kunden, wie wir es nennen einen Best-in-Class Return-on-Automation zu garantieren.

Ihr Fokus liegt auf dem Return-on-Automation. Was steckt dahinter?

Wir tragen mit Return-on-Automation (RoA) der Vielzahl an komplexen Anforderungen Rechnung, indem wir basierend auf unseren Erfahrungen einen Best-Practice-Ansatz entwickelt haben, der bei der Erstellung oder Validierung einer digitalen Roadmap unterstützt und gleichzeitig der individuellen Zielsetzung Rechnung trägt. Methodisch betrachten wir eine Vielzahl von Wertekategorien, neben klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie beispielsweise dem Return on Investment (ROI) oder Total Cost of Ownership (TCO) auch Kennzahlen zur Effizienz, Nachvollziehbarkeit, Ausfallsicherheit, Agilität und viele mehr. Ziel all dieser Bestrebungen ist eine vollumfängliche Betrachtung der Systeme, Prozesse und der Gesamtorganisation und die Ableitung geeigneter Handlungsempfehlungen inklusive Maßnahmenplanung. Das Resultat ist immer eine Gewinnsteigerung sowie eine nachhaltige Realisierung künftiger Einsparungen und Verbesserungen (Customer Lifetime Value). Mit unserem RoA-Mechanismus sind Organisationen in der Lage, selbstständig und langfristig zu planen, Mehrwerte zu identifizieren und den Automatisierungsgrad kontinuierlich zu verbessern.

Wer profitiert am meisten von der Workload Automation beziehungsweise Return-on-Automation – Konzerne oder kleine, mittelständische Unternehmen?

Grundsätzlich nahezu alle Unternehmen. Allerdings, mit Blick auf unsere Kunden wie Expedia, Royal Bank of Canada, HUK-Coburg, Coop Denmark, Groupon, Fanatics, ITERGO, HMM Deutschland oder Deutsche E-Post, um nur einige zu nennen, beschäftigen sich oftmals eher größere Unternehmen mit Workload Automation. Mit unserer Cloud-Lösung haben wir hier eine attraktive Alternative geschaffen, die es auch kleineren Unternehmen ermöglicht, das volle Leistungsspektrum zu nutzen. Wir unterstützen grundsätzlich jede Organisation, ob klein oder groß, und profitieren hier häufig von der Zufriedenheit unserer Kunden, die uns gerne weiterempfehlen und so zu unserem nachhaltigen, organischen Wachstum beitragen.

Welche neuen Möglichkeiten und Chancen bietet dies den Unternehmen?

Neben der erfolgreichen Umsetzung ihrer digitalen Agenda profitieren unsere Kunden durch den Einsatz unserer Lösungen nachhaltig in Form eines gesteigerten Automatisierungsgrades, reduzierter Gesamtkosten, eines schnelleren Time-to-Market, einer verbesserten Kundenzufriedenheit und der kontinuierlichen, agilen Verbesserung aller Prozesse und Abläufe.

Was sind Ihrer Erfahrung nach die größten Herausforderungen, denen sich Kunden bei der Einführung von Automation-Lösungen stellen müssen?

Die Digitale Transformation geht mit einem Paradigmenwechsel einher, ohne den eine nachhaltige Realisierung einer digitalen Roadmap nicht möglich ist. Inseldenken, jahrzehntelang im Einsatz befindliche Lösungen, Abhängigkeiten von Software-Herstellern oder auch persönliche Präferenzen einzelner Mitarbeiter verhindern häufig diesen Veränderungsprozess. Substanziell gilt es, diese Strukturen aufzubrechen und eine gemeinsame, unternehmensweite digitale Strategie mit allen beteiligten Stakeholdern zu definieren.

Wie kann Stonebranch hier unterstützen?

Wir verstehen uns als Center-of-Enablement, das faire und exzellente Software- Produkte, Services und Consulting-Dienstleistungen zur Verfügung stellt, die transparent und nachvollziehbar zur Verbesserung beitragen und Unternehmen auf dem Weg zur Self-Learning-Organisation unterstützen. Die Hilfe zur Selbsthilfe ist unser Anspruch, und mit der Erfahrung aus über 300 geschäftskritischen Transformationen verfügen wir über das Wissen und die geeigneten Tools, um unsere Kunden langfristig und partnerschaftlich zu begleiten. Überdies sind wir zu 100 Prozent auf Workload Automation fokussiert, was uns klar von unseren Mitbewerbern unterscheidet.

Welche technologischen Sprünge wird es Ihrer Meinung nach beim Thema Automatisierung in den kommenden Jahren geben?

Mit Blick auf die aktuellen Marktzahlen des Mainframes werden proprietäre Systeme sicherlich mittelfristig verschwinden. Offenen, agilen und modularen Plattformen gehört meiner Ansicht nach die Zukunft. Technikgetriebene Businessmodelle sind auf dem Vormarsch, und die Fokussierung insbesondere von qualifizierten Mitarbeitern auf die Optimierung der Geschäftsmodelle und nicht auf den IT-Betrieb wird ein zentrales Thema der nächsten Jahre. Ob Design-Thinking, Agile-Development oder modulare Do-it-Yourself-Ansätze (DIY), im Fokus steht die Customer-Journey, und es gilt, durch Workload Automation diese Prozesse und Abläufe zu verbessern.

Wie positionieren Sie sich dahingehend?

Wir leben den Prozess der ständigen Erneuerung, indem wir Innovation, Erfahrung und absoluten Kundenfokus täglich in den Vordergrund stellen. Unsere Customer-Community fordert uns stetig, und wir lassen nichts unversucht, um unseren Kunden gerecht zu werden. Sei es hinsichtlich des Knowledge-Sharings, Supports, Best-Practices oder in Form des interaktiven Austauschs. Darüber hinaus „öffnen“ wir uns auch den Anforderungen des Marktes beispielsweise hinsichtlich Agilität oder DIY durch die Bereitstellung eines Open Source Marketplace für Add-ons, Integrationen und Lösungen.


Dieser Beitrag wurde erstmalig publiziert am 7. Juli 2018  - Das Produktkulturmagazin, Ausgabe Q2 2018.
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